USA-Knigge - USA-Sprachreisen

USA-Knigge

Wenn man einen längeren Aufenthalt in das "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" plant, sollte man sich nicht nur auf die Sprache, sondern auch auf die Kultur einstellen. Dies gilt insbesondere für die USA, denn die Amerikaner sind ein ganz eigenes Völkchen. Der USA Knigge soll dazu dienen, wichtige Tipps und Hinweise zum Leben in den USA, die Ideologie der Amerikaner und die kulturellen Eigenheiten des Landes zu geben. Dabei gibt es für Touristen und Besucher des Landes einige Verhaltensregeln, an die es sich zu halten gilt.

Der Amerikaner ist ein Optimist. Geprägt vom Nationalgedanken und den Glauben daran, alles erreichen zu können wenn man nur hart genug dafür arbeitet, schreitet er stets mit positiven Gedanken durch das Leben. Dies wirkt sich auch auf das menschliche Miteinander aus. In der 'Nation der Freien' glaubt man an Zusammenhalt und die Stärke des eigenen Landes. Einen positiven Einfluss hat diese optimistische Grundeinstellung auch auf die Stimmung in amerikanischen Unternehmen. Oft ist dies für Europäer gewöhnungsbedürftig.

Zusätzlich sind Amerikaner äußerst unkompliziert und ziemlich lässig - ob in weiten Anzügen auf der Arbeit oder in langen Badeshorts am Strand. Das Wort 'cool' wurde nicht ohne Grund aus dem Amerikanischen Wortschatz in den Deutschen übernommen. Sie nehmen alles mit Gemütlichkeit, weswegen man beispielsweise in den meisten Banken mittlerweile auch einen „Drive-Through“-Service findet, damit man für das Tätigen einer Überweisung gar nicht erst aus dem Auto aussteigen muss.
Eine Seite der amerikanischen Kultur: urbanes Leben am Times Square in New York Die Amerikaner benutzen Floskeln oft und gerne, was für vielen Touristen suspekt ist. Die Frage "How are you today?" hört man überall, ständig und von jedem. Egal ob der Chef, die Putzfrau oder der Kommilitone – alle fragen nach dem Wohlbefinden des Gegenüber. Dies ist nur eine Höflichkeitsform, und wird mit "Fine, thanks" beantwortet. Dahinter sollte man jedoch kein ernsthaftes, persönliches Interesse vermuten. Bei der Begrüßung ist einiges zu beachten. Anders als in Deutschland, gibt man sich in den USA generell nur beim ersten Kennenlernen oder bei sehr formellen Ereignissen die Hand. Konservative Männer warten oft, bis die Frau die Hand reicht. Im Job gibt der Höhergestellte zuerst die Hand. Eine Begleitperson wird dem Gegenüber generell immer vorgestellt.

Neben ihrer lockeren Art sind die US-Bürger für ihren Patriotismus bekannt, der fast überall zu Tage kommt. Die amerikanische Flagge, die den Namen "Star-Spangled Banner" trägt, ist das Heiligtum der US-Bürger. Ob in Autos, Schulen, Vorgärten oder Wohnzimmern, das 'Banner' ist überall zu finden. Und man kann davon ausgehen, dass da, wo sie hängt, die Flagge niemals den Boden berührt, denn dies wäre nach amerikanischem Denken eine Schande für die Nation. So sollten auch Nicht-Einheimische die amerikanische Flagge stets mit Respekt behandeln.
Die Nationalhymne, die nach der Flagge benannt ist, kennt genau wie das Gelöbnis der Treue zur Flagge, der "Pledge of Allegiance", jeder US-Amerikaner auswendig. Schon in der High School stehen die Schüler mindestens einmal wöchentlich, oft jedoch mehrmals in der Woche, mit der Hand auf dem Herzen zur US-Flagge gerichtet und geloben ihrem Vaterland. Was für europäische Schüler oft schwer nachvollziehbar scheint, ist für die amerikanischen Schüler ganz normal.
Auch die Ideologie der Amerikaner ist äußerst interessant. Der Amerikanische Traum ist jedem ein Begriff. Vom Tellerwäscher zum Millionär heißt die Denkart, die das Land beherrscht. Sozialer und materieller Aufstieg gelten oft als ideelles Ziel. Vorbilder sind die Gründer der Nation – Abraham Lincoln und Benjamin Franklin. Die Verfassung gilt als wichtigstes Dokument und ist Leitsatz für Individuum und Allgemeinheit. Der Moralismus der Amerikaner ist stark ausgeprägt und die "Political Correctness" von hoher Bedeutung. Der Schmelztiegel Amerikas hat sich zum Ziel gesetzt, alle Kulturen und Religionen zu integrieren und so ein facettenreiches Land zu gestalten.

Die andere Seite der amerikanischen Kultur: ländliches Leben in einer Kleinstadt in den Südstaaten

Die USA sind alles andere als das freizügige Land, als das es oft im europäischen Fernsehen porträtiert wird. Religion ist ein großes Thema in den USA. Viele Familien gehen sonntags morgens geschlossen in die Messe. Und auch sonst spielt der Glaube eine große Rolle. Die Kirche ist für viele Amerikaner ein Teil ihres Lebens und von der Gemeinde werden oft Feste und Veranstaltungen organisiert. Generell gibt es in den USA eine sehr breit gefächerte religiöse Vielfalt, die weit über das Christentum hinaus geht.
Ein Grund für Viele in die "Neue Welt" auszuwandern war die Religionsfreiheit. Nicht verwunderlich ist es deswegen, dass auch heute noch viele unterschiedliche Religionen in den USA vertreten sind. Zu ihnen gehören auch die Mormonen, welche die Stadt Salt Lake City prägen. Sie glauben an Fleiß und Familie, kleiden sich altmodisch und leben ein ruhiges, unauffälliges Leben. Die Amischen sind Christen, die Technik und Fortschritt ablehnen. Sie leben unter sich und ernähren sich von ihrer eigenen Landwirtschaft.
Die US-amerikanische Kultur ist mit der Religiosität einhergehend oft sehr konservativ. Beispiele für den Konservatismus gibt es viele. Bei Verabredungen zahlt beispielsweise immer der Mann. Oben-Ohne-Baden am Strand ist generell nicht erlaubt. In der Schule gibt es oft einen "Dress Code", der genau regelt, was die Schüler tragen dürfen. Und wenn der Kollege mit seinen Komplimenten über seine Kollegin nicht vorsichtig genug ist, könnte ihm schnell "sexual harassment", also sexuelle Belästigung, angehängt werden. Kurzum – man sollte in vielen Bereichen etwas umsichtiger vorgehen.
Der Grad des Konservatismus ist abhängig von der Region. Abseits der Großstadt lernt man oft die eigentlichen USA kennen. Die Städte sind oft viel moderner und durch die Wirtschaft international beeinflusst. Die Menschen sind meist liberaler. Auf dem Land hingegen kann man die "wahre Kultur" Amerikas erkunden. Oft glaubt man, dass die Zeit hier stehen geblieben ist und wundert sich, wie sich das ländliche Leben von dem was man aus dem Fernsehen kennt unterscheidet.

Ohne das eigene Auto geht in den Staaten nichts. Denn zu Fuß kommt man gerade einmal bis zum Ende der Straße. Fußgängerwege sind gerade in ländlichen Gegenden selten und wenn man zum nächsten Supermarkt möchte, ist man auf ein Auto angewiesen. In den USA kann man schon mit 16 Jahren den Führerschein machen, in manchen Staaten sogar noch früher. Öffentliche Verkehrsmittel sind hingegen eher selten.
Unglücklicherweise trinken Jugendliche oft viel und heftig, was nicht selten zu Autounfällen führt. Und das, obwohl der Alkoholausschank in den USA sehr streng ist. Man braucht sich nicht wundern, wenn man beim Bestellen eines Biers in einem Restaurant nach dem Personalausweis, der "I.D."-Karte, gefragt wird. Außerdem werden alkoholische Getränke in Geschäften normalerweise nicht nach zehn Uhr abends verkauft. In der Öffentlichkeit Alkohol zu trinken, wie zum Beispiel beim Picknick im Park, ist nicht erlaubt. Selbst die offenen Getränke mit sich zu führen ist schon verboten.
Amerikanische Jugendliche feiern gerne Die Justiz in den USA ist ein Kapitel für sich, denn das Gesetzessystem der USA ist in vielen Bereichen anders als das deutsche. Und so muss sich der Nicht-Amerikaner mit Gesetzen vertraut machen, die anfangs etwas seltsam erscheinen. Wird man z.B. auf der Straße von der Polizei angehalten, braucht man sich nicht wundern, wenn oft nur ein Polizist im Wagen sitzt (und nicht zwei wie in Deutschland). Man sollte dann auf keinen Fall aus dem Auto aussteigen, sondern ruhig sitzen und warten, bis der Polizist an das Auto heran kommt. Die preisliche Höhe eines Tickets kann vom Polizisten aus einer vorgegebenen Spanne selbst entschieden werden, so dass es oft auf Laune und Sympathieempfinden des Polizisten ankommt. Strafen jeglicher Art sollten dabei auch von Touristen immer bezahlt werden, sonst könnte es bei der nächsten USA-Reise zu einer bösen Überraschung kommen, denn es kann unter Umständen die Einreise verweigert werden.
Generell sollten sich Touristen auf strenge Sicherheitskontrollen bei der Einreise in die USA einstellen. Nach dem 11. September sind die Vorkehrungen strenger denn je. Die Einfuhr von Waren ist nur begrenzt möglich. Auch die Einreisebestimmungen sollte man vor Reiseantritt gut kennen, egal ob als einfacher Tourist oder mit einem Visum. Sonst kann es passieren, dass man noch am Flughafen zurück ins Heimatland geschickt wird. Vor Ort angekommen wird man meist mit den anderen Maßeinheiten des Landes konfrontiert. Strecken werden in Yards oder Meilen, Körpergrößen in Foot, Gewicht in Pounds und Benzin in Gallonen gemessen.

Beim Restaurantbesuch in den Staaten gibt es im Vergleich zu Deutschland einige Unterschiede. In amerikanischen Restaurants gibt es keine freie Tischwahl. Vielmehr wartet der Gast bis er vom Personal an seinen Tisch geführt wird. Das Essen wird erst mit dem Messer klein geschnitten, dann wird die Gabel in die rechte Hand genommen und damit gegessen. Was in Deutschland unmöglich wäre, ist in den USA normal: Wenn die Mahlzeit im Restaurant nicht aufgegessen wird, kann man sich das Essen einpacken lassen.
Die Kellner stellen sich meist namentlich vor. Und wenn der Service schlecht ist, gibt man trotzdem Trinkgeld. Die Rechnung wird mit "Check, please!" geordert. Die Höhe des Trinkgeldes beträgt ca. 15-20 Prozent des Rechnungspreises, ist also deutlich höher als in Deutschland. Trinkgeld bekommen nicht nur Kellner, sondern auch Barkeeper, Pagen, Frisöre, Zimmermädchen und Taxifahrer.
Muss man dann im Resaurant eine Toilette aufsuchen, fragt man nicht "Where is the toilet?" Vielmehr heißt der Ort in öffentlichen Gebäuden "Restroom", in privaten "Bathroom". Manchmal werden die Bezeichnungen "Men's" oder "Lady's Room" verwendet.

Die Lieblings-Freizeitbeschäftigung der Amerikaner ist ohne Zweifel das Shoppen. Eingekauft wird 7 Tage die Woche, und für die Unermüdlichen hat eine Supermarktkette sogar rund um die Uhr geöffnet. Und auch hier gibt es Verhaltensregeln. In der Schlange vorzudrängeln ("to cut the line") ist für die Bürger zum Beispiel unvorstellbar. Und wenn dem Käufer nach einigen Wochen ein gekauftes Produkt nicht mehr gefällt, ist das überhaupt kein Problem. Ein Umtausch ist in den meisten Geschäften auch noch nach Monaten möglich.
Die Einkäufe im Supermarkt werden oft von Service-Kräften für den Kunden eingepackt und zum Auto gebracht. Meist fällt vorher die Frage "Paper or Plastic?" Hier wird der Kunde gefragt, ob er seine Lebensmittel lieber in Papier- oder Plastiktüten gepackt bekommt. Somit soll der Kunde selber entscheiden, wie umweltbewusst er sein möchte. Beim Einkauf ist auf den Preisauszeichnungen die amerikanische Mehrwertsteuer, die "Sales Tax", nicht inbegriffen. Sie wird erst an der Kasse zum Preis hinzugerechnet, was für viele Nicht-Amerikaner überraschend ist.

Die Amerikaner kaufen nicht nur gerne ein, sie feiern auch gerne. Die meisten Feiertage werden von der Regierung arbeitnehmerfreundlich auf einen Montag gelegt. Inoffizielle Feiertage gibt es in den USA zu Genüge. Viele Bräuche haben es schon über den großen Teich nach Europa geschafft. Am 14. Februar wird Valentinstag gefeiert, bei dem sich Liebende gegenseitig beschenken. In den Staaten wird der Tag schon Wochen vorher angepriesen, um die Verkäufe von Blumen, Pralinen und Karten zu steigern. Wenn man sich zu dieser Zeit in den USA aufhält, ist es unvermeidlich dem Rummel zu entgehen.
Amerikansiche Weihnachten: Konsum und Tradition Das Gleiche gilt für das Weihnachtsfest. Das Weihnachtsfest ist in Amerika viel bunter, ausgiebiger und verrückter als hierzulande. In dem Konsumland Nummer eins ist die Weihnachtszeit auch Shoppingzeit. Jeder Amerikaner beschenkt seine Familie, Freunde und Kollegen mit mindestens(!) einem Geschenk pro Person. Ausgepackt werden die Geschenke erst am Morgen des 25. Dezembers, am Abend zuvor wird nur mit der Familie gegessen. Der 26. Dezember ist für die Amerikaner wieder ein normaler Arbeitstag. Der Weihnachtsmann hat auch eine amerikanische Geschichte. Der dickbäuchige Mann im roten Mantel und weißem langen Bart stammt aus den USA! Genauer gesagt: Er ist eine Erfindung des Coca-Cola Unternehmens, das ihn 1931 zum ersten Mal in seiner heutigen Gestalt ablichtete. Davor war er nur im braunen Pelzmantel bekannt. Vor Kaufhäusern stehen in der Vorweihnachtszeit oft "Weihnachtsmänner", die mit ihrem Klingel-Glöckchen lauthals 'Merry Christmas' rufen, um für gemeinnützige Organisationen Spenden zu sammeln.

Sicherlich wird jeder Besucher seine eigenen, ganz persönlichen Erfahrungen machen. Somit kann dieser USA-Knigge nur eine Richtlinie sein um diejenigen, die das erste Mal in die Staaten reisen, vor einem Kulturschock zu bewahren. Fest steht – es ist nicht nur sehr interessant die kulturellen Eigenheiten selbst herauszufinden, sondern es bringt gleichzeitig viel Spaß, an dem Leben der Amerikaner teilzunehmen.


Buch-Ende

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